Zwei Tore Vorsprung in fünf Minuten verspielt – erster Punktverlust der Saison! - Bundesliga - 2:2

Es hätte der fünfte Sieg im fünften Bundesligaspiel werden können – eigentlich sogar müssen. Stattdessen steht am Ende ein 2:2 gegen Werder Bremen und damit der erste Punktverlust der Saison.

 

Und ganz ehrlich: So ein Spiel darfst du eigentlich nicht mehr aus der Hand geben.

 

Der BVB hatte über weite Strecken deutlich mehr vom Spiel, 72 Prozent Ballbesitz, 21 Abschlüsse, zehn Schüsse aufs Tor und 46 Ballkontakte im gegnerischen Strafraum. Bremen kam insgesamt nur auf 28 Prozent Ballbesitz. Die Kontrolle war also da – nur lange fehlte wieder einmal die letzte Konsequenz.

 

In der ersten Halbzeit blieb Dortmund zwar dominant, aber offensiv erneut zu harmlos. Viel Ballbesitz, viele Pässe, viel Kontrolle – aber zu wenig echte Gefahr. Genau das zieht sich aktuell leider durch die Saison: Der BVB kontrolliert Spiele, aber aus der vorhandenen Qualität müsste eigentlich deutlich mehr entstehen.

 

Nach der Pause wurde es besser. Mit den Wechseln kam mehr Tempo ins Spiel und in der 80. Minute war es dann endlich so weit: Daniel Svensson traf nach Vorlage von Fábio Silva zum 1:0.

 

Nur fünf Minuten später schien die Partie endgültig entschieden. Nico Schlotterbeck erhöhte nach Vorarbeit von Veerman auf 2:0.

 

80. Minute: 1:0.

85. Minute: 2:0.

 

Das Ding musst du nach Hause bringen.

 

Doch dann folgten fünf Minuten, die man sich aus Dortmunder Sicht kaum erklären kann.

 

In der 88. Minute verkürzte Bremen durch Reis auf 2:1. Plötzlich war wieder Unruhe drin, Bremen glaubte noch einmal daran – und Dortmund verlor komplett die Kontrolle, die man zuvor fast über das gesamte Spiel hatte.

 

Und dann kam ausgerechnet Niclas Füllkrug.

 

In der Nachspielzeit traf der ehemalige Dortmunder zum 2:2 und machte den Dortmunder Abend endgültig bitter.

 

Innerhalb weniger Minuten wurde aus einem vermeintlich souveränen Heimsieg ein Unentschieden.

 

Natürlich kann man sagen: Der BVB bleibt ungeschlagen. Natürlich kann man auf 72 Prozent Ballbesitz, 21 Abschlüsse oder einen xG-Wert von 2,31 schauen.

 

Aber darum geht es nach so einem Spiel eigentlich nicht.

 

Wenn du in der 85. Minute zu Hause 2:0 führst, darfst du dieses Spiel nicht mehr hergeben. Punkt.

 

Gerade eine Mannschaft mit dem Anspruch des BVB muss so eine Führung cleverer verteidigen. Ball halten, Tempo rausnehmen, Zweikämpfe annehmen, Ruhe bewahren. Stattdessen lud man Bremen noch einmal ein und bekam dafür die Quittung.

 

Positiv bleibt weiterhin, dass sich die Mannschaft viele Spielanteile erarbeitet und über weite Strecken wenig zulässt. Aber genau deshalb ist dieser Punktverlust besonders ärgerlich. Bremen hatte nur zwei Großchancen – und machte daraus am Ende zwei Tore.

 

Nach vier Siegen zum Saisonstart gibt es damit erstmals keine drei Punkte.

 

Kein Weltuntergang. Aber definitiv eine Erinnerung daran, dass ein Spiel eben erst vorbei ist, wenn der Schiedsrichter abpfeift.

 

Aus 2:0 wird 2:2 – zwei Punkte verschenkt.

 

Und gerade weil man das Spiel eigentlich längst in der Tasche hatte, fühlt sich dieses Unentschieden am Ende fast wie eine Niederlage an.