Der erste Titel der Saison geht nach München. Borussia Dortmund verliert den Supercup mit 1:2 gegen den FC Bayern – und am Ende bleibt vor allem das Gefühl, dass deutlich mehr drin gewesen wäre.
Die erste Halbzeit war aus Dortmunder Sicht enttäuschend. Zu wenig Zugriff, zu wenig Mut, zu viele einfache Ballverluste. Bayern hatte mehr Kontrolle und ging nach 28 Minuten verdient in Führung. Kurz vor der Pause fiel dann sogar noch das 0:2.
Trotzdem gab es auch vor der Halbzeit eine Szene, über die man diskutieren kann: In der 42. Minute jubelte der BVB über den vermeintlichen Ausgleich, doch der Treffer wurde wegen Abseits aberkannt. Klar ist: Bensebaini steht bei der Ballabgabe im Abseits. Fraglich bleibt aber, ob er den Ball tatsächlich berührt und damit aktiv ins Spiel eingreift. Genau dieser Kontakt ist in den Bildern alles andere als eindeutig. Ist er dran, ist die Entscheidung korrekt. Ist er es nicht, wird die Sache deutlich schwieriger. Die Niederlage daran festzumachen wäre falsch – diskutieren darf man die Szene trotzdem.
Nach der Pause zeigte der BVB dann ein völlig anderes Gesicht. Mehr Tempo, mehr Aggressivität und endlich mehr Zug zum Tor. Auch die Wechsel brachten frischen Wind.
Besonders interessant: Alle vier Neuzugänge kamen zu ihrem Pflichtspieldebüt. Gadou und Karetsas standen direkt in der Startelf, Konstantelias und Veerman kamen später dazu. Gerade in der zweiten Hälfte war zu sehen, dass die neuen Jungs der Mannschaft zusätzliche Qualität und neue Impulse geben können.
In der 75. Minute belohnte sich Dortmund schließlich. Nach einem guten Angriff traf Fábio Silva zum 1:2 und plötzlich war das Spiel wieder komplett offen.
Der BVB war jetzt deutlich näher am Ausgleich, warf auch nach der roten Karte gegen Bensebaini noch einmal alles nach vorne und hatte kurz vor Schluss tatsächlich noch die große Chance auf das 2:2.
Maxi Beier hatte den Ausgleich auf dem Fuß, doch Tah kam im letzten Moment noch dazwischen und fälschte beziehungsweise störte die Situation gerade genug, sodass der Ball nicht im Tor landete.
So bleibt am Ende eine 1:2-Niederlage.
Die erste Halbzeit war klar zu wenig und darf nicht der Anspruch dieser Mannschaft sein. Die zweite Hälfte dagegen hat gezeigt, was möglich ist, wenn der BVB mutiger, schneller und aggressiver spielt.
Kein Pokal, aber zumindest eine Reaktion, auf der man aufbauen kann. Und wenn Maxi das Ding am Ende macht, reden wir vermutlich über einen ganz anderen Abend.
Nur der BVB! 🖤💛