Langsam fehlen einem wirklich die Worte. 0:0 bei Union Berlin, das zweite Unentschieden in der Bundesliga – und nach der bitteren 0:1-Niederlage in Bodø bereits das dritte Spiel in kurzer Zeit, nach dem man sich fragen muss, wo dieser BVB eigentlich hinwill.
Nach der Länderspielpause ist Dortmund bislang schlicht nicht wieder in den Tritt gekommen.
Dabei liest sich manches auf dem Papier gar nicht so schlecht: 63 Prozent Ballbesitz, 87 Prozent Passquote, 30 Ballkontakte im gegnerischen Strafraum und mit 1,09 sogar der etwas höhere xG-Wert. Aber am Ende steht eine Zahl, die eigentlich alles erzählt:
Zwei Schüsse aufs Tor. In 90 Minuten. Gegen Union Berlin. Und genau da liegt weiterhin das Problem.
Der BVB hat den Ball, lässt ihn laufen, kontrolliert teilweise das Geschehen – aber was passiert daraus? Viel zu wenig. Zu wenig Tempo, zu wenig Risiko, zu wenig Überraschung und vor allem zu wenig echte Torgefahr.
Union machte genau das, was man erwarten konnte: kompakt stehen, Zweikämpfe führen, Räume eng machen und Dortmund die Aufgabe überlassen, Lösungen zu finden.
Diese Lösungen kamen viel zu selten.
Auch die Wechsel nach gut einer Stunde – unter anderem mit Fábio Silva und Maxi Beier – brachten etwas mehr Bewegung. Dortmund wurde präsenter und hatte seine Möglichkeiten, aber wirklich zwingend wurde es auch danach nicht.
Und damit setzt sich leider genau das fort, was wir zuletzt schon häufiger angesprochen haben. Dieses kontrollierte, risikoarme Spiel mag defensiv funktionieren – nach vorne ist es einfach zu wenig für die Qualität dieses Kaders.
Und dann auch noch Karetsas …
Besonders bitter war die erneute Auswechslung von Kostas Karetsas.
Er war erst in der 62. Minute gekommen und musste bereits acht Minuten später verletzungsbedingt wieder runter. Mittlerweile ist von einer Bänderverletzung die Rede.
Damit wird Kostas sowohl beim kommenden Champions-League-Auswärtsspiel als auch beim anschließenden Bundesliga-Heimspiel definitiv fehlen.
Gerade nach seinen bisherigen Problemen ist das einfach nur ärgerlich. Wir Ostborussen wünschen ihm auch diesmal gute Besserung und hoffen, dass er schnell wieder auf dem Platz steht. 🖤💛
Jetzt muss der BVB aufwachen
Denn viel Zeit bleibt nicht.
Als Nächstes wartet in der Champions League Sabah FK. Nach der Niederlage in Bodø ist das ein Spiel, bei dem es eigentlich keine Diskussion geben darf: Da muss ein Sieg her.
Wenn Dortmund auch dort Punkte liegen lässt, bringt man sich international schon früh selbst unter Druck. Und nach den zuletzt schwachen Auftritten wäre es vor allem wichtig, endlich wieder ein Spiel zu sehen, in dem der BVB von Beginn an zeigt, dass er unbedingt gewinnen will.
Danach geht es in der Bundesliga zu Hause gegen Eintracht Frankfurt.
Auch Frankfurt ist nicht besonders gut in die Saison gestartet. Umso mehr ist das ein Spiel, in dem der BVB wieder einen Dreier einfahren muss. Gerade zu Hause darf es dann nicht wieder 70 oder 80 Minuten Ballbesitz ohne echte Durchschlagskraft geben.
Denn nach dem perfekten Start mit vier Siegen aus vier Spielen ist die Euphorie mittlerweile deutlich gebremst:
2:2 gegen Bremen.
0:1 in Bodø.
0:0 bei Union.
Ein Ausrutscher passiert. Zwei schlechte Spiele auch. Aber irgendwann wird aus einem Ausrutscher ein Trend. Und genau deshalb muss die Mannschaft jetzt aufwachen.
Nur der BVB! 🖤💛