Was für ein Dortmund-Tag. Zwei Spiele, jede Menge Emotionen, ein Champions-League-Sieg – und am Ende eine Rückfahrt, die wohl keiner von uns so schnell vergessen wird.
Für uns Ostborussen begann der Fußballtag nämlich nicht erst um 21 Uhr im Westfalenstadion. Bereits am Nachmittag waren wir bei der U19 in der UEFA Youth League dabei. Auch dort hieß der Gegner Villarreal.
Unsere Jungs erwischten zunächst einen guten Start. Hoy brachte den BVB in der 36. Minute mit 1:0 in Führung, Villarreal glich allerdings noch vor der Pause aus. Nach dem Seitenwechsel stellte Riedl in der 53. Minute auf 2:1, ehe die Spanier die Partie noch drehten und am Ende mit 3:2 gewannen.
Eine Szene blieb uns dabei besonders im Kopf: Riedl, die Nummer 4 des BVB, musste in der 68. Minute ausgewechselt werden. Auch bei ihm sah es danach aus, als könnten Kreislaufprobleme eine Rolle gespielt haben. Natürlich können wir von außen nicht beurteilen, was genau der Grund war – aber gerade vor dem Hintergrund dessen, was wenige Stunden später bei den Profis passieren sollte, war das schon ein merkwürdiger Zufall.
Denn beim Champions-League-Spiel wurde es plötzlich ebenfalls ganz still.
Große Sorge um Kostas
Nach 27 Minuten ging Kostas Karetsas ohne erkennbare Einwirkung eines Gegenspielers zu Boden und musste ausgewechselt werden. Für einen Moment war die Stimmung im Stadion komplett weg.
Aktuell deutet vieles auf Kreislaufprobleme hin. Der 18-Jährige soll nun genauer untersucht werden und wird gegen Paderborn definitiv nicht zur Verfügung stehen.
Gerade wenn so junge Spieler ohne Fremdeinwirkung zu Boden gehen, denkt man erstmal nicht mehr an Fußball. Deshalb wünschen wir Ostborussen Jan-Luca & Kostas alles Gute, eine schnelle Klärung der Ursache und vor allem ein gesundes und schnelles Comeback. 🖤💛
Dass wir nur wenige Stunden zuvor bei der U19 eine zumindest ähnlich wirkende Situation bei Riedl gesehen hatten, machte den Moment für uns natürlich noch einmal etwas beklemmender.
Auf dem Platz dauerte es – dann kam Guirassy
Sportlich war die erste Halbzeit gegen Villarreal ziemlich zäh. Der BVB hatte zwar mehr vom Ball, fand aber lange nicht den entscheidenden Weg durch die spanische Defensive. Mit einem 0:0 ging es in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel dann deutlich turbulenter.
In der 53. Minute ging Dortmund durch ein Eigentor von Veiga mit 1:0 in Führung. Villarreal ließ sich davon allerdings nicht beeindrucken und kam in der 66. Minute durch Mourino zum Ausgleich.
Danach übernahm einer, auf den aktuell einfach Verlass ist: Serhou Guirassy.
In der 80. Minute traf er nach Vorarbeit von Fábio Silva zum 2:1 und nur fünf Minuten später verwandelte er auch noch einen Elfmeter zum 3:1.
Eigentlich durch.
Eigentlich.
Denn in der Nachspielzeit wurde es noch einmal unnötig spannend. Ausgerechnet Guirassy bugsierte den Ball, nach einem fragwürdig gepfiffenen Freistoß, zum 3:2 ins eigene Tor. Viel passierte danach zum Glück nicht mehr – und so stand am Ende ein verdienter, wenn auch nervenaufreibender 3:2-Heimsieg zum Champions-League-Auftakt.
Mit 18:13 Abschlüssen, 6:2 Großchancen und einem xG-Wert von 2,83 war der Erfolg am Ende auch verdient. Spielerisch war sicherlich noch nicht alles perfekt – aber drei Punkte zum Start nimmt man in der Champions League natürlich sehr gerne mit.
Und dann begann der eigentlich verrückte Teil des Tages …
Nach dem Spiel sah zunächst alles nach einer ungewöhnlich entspannten Heimfahrt aus.
Alle Ostborussen waren überpünktlich am Treffpunkt, wir konnten ungefähr zehn Minuten früher als geplant starten, kamen schnell aus Dortmund heraus und waren gefühlt in Rekordzeit auf der A44.
Bis kurz hinter Paderborn.
Gegen Mitternacht: Vollsperrung. Nichts ging mehr.
In einer Baustelle hatte sich ein schwerer Verkehrsunfall mit drei Lkw ereignet. Aus unserer schnellen Rückfahrt wurde damit eine komplette Nacht auf der Autobahn. Die Sperrung dauerte bis ungefähr 8 Uhr morgens.
Das ist natürlich nervig – keine Frage. Aber wenn man weiß, warum eine Autobahn so lange gesperrt ist, relativiert sich die eigene Müdigkeit ziemlich schnell.
Am Ende sind alle Ostborussen wieder gut zu Hause angekommen und inzwischen hoffentlich ausgeschlafen und wieder fit.
Viel wichtiger: Wir wünschen den beteiligten Lkw-Fahrern alles Gute und hoffen, dass alle Verletzten schnell wieder auf die Beine kommen.
Damit bleibt von dieser Tour deutlich mehr als nur das Ergebnis.
Eine 2:3-Niederlage unserer U19, ein 3:2-Sieg der Profis, zwei besorgniserregende Szenen rund um Riedl und Kostas – und anschließend eine Nacht auf der A44.
Manchmal dauert ein Champions-League-Abend eben deutlich länger als 90 Minuten.
Nur der BVB! 🖤💛