Der BVB gewinnt auch gegen die SV Elversberg und bleibt damit nach neun Bundesligaspielen weiterhin ungeschlagen. 2:1, drei Punkte, Pflicht erfüllt. Aber natürlich wäre es nicht Borussia Dortmund, wenn man einen eigentlich komfortablen Nachmittag nicht doch noch einmal zur Zitterpartie machen würde.
Nach dem Champions-League-Sieg gegen Betis rotierte Kovač auf mehreren Positionen. Guirassy fehlte verletzungsbedingt, dafür standen unter anderem Gadou, Chukwuemeka und Karetsas von Beginn an auf dem Platz. Nach dem Mammutprogramm der vergangenen Wochen – neun Spiele innerhalb von nicht einmal einem Monat – war etwas Rotation sicherlich nachvollziehbar.
Die erste Halbzeit war allerdings ziemlich zäh. Elversberg versteckte sich überhaupt nicht, stand kompakt und machte es dem BVB schwer, wirklich Tempo ins Spiel zu bekommen. Dortmund hatte zwar etwas mehr Ballbesitz und einige Abschlüsse, richtig zwingend war das aber lange nicht. Fábio Silva versuchte es sogar einmal fast von der Mittellinie, ansonsten blieb offensiv vieles Stückwerk.
Bitter wurde es nach 34 Minuten: Chukwuemeka musste verletzt ausgewechselt werden, für ihn kam Maxi Beier. Nach Guirassys Verletzung unter der Woche wäre die nächste Personalie natürlich alles andere als ideal.
Nach der Pause sah das Ganze dann deutlich besser aus. Dortmund kam mit mehr Tempo aus der Kabine und belohnte sich in der 55. Minute. Silva legte zurück auf Felix Nmecha, der aus der Distanz flach zum 1:0 traf.
Danach wurde es allerdings kurz unruhig. Elversberg kam zu guten Aktionen und Kobel musste den Ausgleich mit einer starken Parade verhindern. Kovač reagierte, brachte unter anderem Ryerson und Bensebaini und stellte defensiv etwas um.
Dann kam wieder Nmecha.
In der 71. Minute fiel ihm der Ball rund 23 Meter vor dem Tor vor die Füße – und er jagte das Ding mit über 124 km/h zum 2:0 ins Netz. Ein richtiges Brett. Doppelpack Nmecha und eigentlich hätte man an diesem Punkt sagen können: Deckel drauf.
Eigentlich.
Denn zehn Minuten später erzielte Futkeu per spektakulärem Fallrückzieher das 2:1. Schönes Tor, keine Frage – aber plötzlich war Elversberg wieder komplett im Spiel und der BVB begann erneut zu schwimmen.
Und da sind wir wieder bei einem Thema, das uns mittlerweile fast jede Woche begleitet: Warum können wir solche Spiele nicht einfach mal souverän zu Ende bringen?
Nach dem 2:0 sollte gegen Elversberg eigentlich Ruhe einkehren. Ball laufen lassen, Gegner müde machen, Spiel kontrollieren. Stattdessen wurde es wieder hektisch, Ryerson musste einmal in höchster Not retten und bis zum Abpfiff durfte erneut gezittert werden.
Am Ende zählen natürlich die drei Punkte. Und nach diesem extrem intensiven Programm darf man auch anerkennen, dass die Mannschaft weiterhin Ergebnisse liefert. Neun Bundesligaspiele, noch keine Niederlage – das kann sich sehen lassen.
Trotzdem war auch dieses Spiel wieder ein gutes Beispiel dafür, dass noch einiges fehlt. 19 Abschlüsse klingen ordentlich, aber Elversberg kam selbst auf 16 und hatte sogar mehr Schüsse aufs Tor. Das sollte zu Hause eigentlich nicht passieren.
Der große Gewinner des Tages heißt deshalb ganz klar Felix Nmecha. Zwei Tore, fünf eigene Abschlüsse und beim 2:0 ein Distanzschuss, bei dem der Ball wohl heute noch fliegt. Genau solche Spieler braucht man nach einem intensiven Champions-League-Abend.
Unterm Strich bleibt also: 2:1, drei Punkte und weiterhin ungeschlagen. Aber eben auch wieder der obligatorische Nervenkitzel zum Schluss.
Vielleicht bekommen wir irgendwann ja doch noch ein Heimspiel, bei dem man die letzten zehn Minuten einfach entspannt sitzen bleiben kann. 😅
Nur der BVB! 🖤💛