Nichts zu holen am Polarkreis – BVB enttäuscht in Bodø und die Systemfrage wird lauter 🖤💛 - Champions League - 1:0

Das war zu wenig. Borussia Dortmund verliert mit 0:1 bei Bodø/Glimt und lässt damit drei Punkte liegen, die man mit den eigenen Ansprüchen eigentlich einfach mitnehmen muss.

 

Über die Startaufstellung kann man diskutieren. Sie war aus unserer Sicht durchaus fragwürdig zusammengestellt – auch wenn man ganz klar sagen muss: Selbst mit dieser Elf musst du dieses Spiel gewinnen. Dafür ist die individuelle Qualität im Dortmunder Kader schlicht zu groß.

 

In der ersten Halbzeit fand der BVB offensiv kaum statt. Zu wenig Tempo, zu wenig Ideen, zu wenig Bewegung und vor allem viel zu wenig Konsequenz in den entscheidenden Räumen. Bodø machte es kompakt, bissig und unangenehm – Dortmund fand darauf kaum Antworten.

 

Nach der Pause kam dann auch noch die Quittung. In der 52. Minute traf Sjøvold zum 1:0 für Bodø/Glimt.

 

Erst danach reagierte Dortmund richtig. In der 60. Minute kamen mit Nwaneri, Guirassy, Ryerson und Nmecha gleich vier frische Spieler. Und plötzlich war auch der BVB endlich im Spiel.

 

Mehr Druck, mehr Präsenz, mehr Ballbesitz in gefährlichen Zonen – aber eben wieder das alte Problem: nicht zwingend genug.

 

Am Ende standen zwar mehr Ballbesitz, neun Ecken und auch einige ordentliche Ansätze, aber eben nur vier Schüsse aufs Tor. Bodø verteidigte den Vorsprung leidenschaftlich und Dortmund fand trotz aller Bemühungen keinen Weg mehr zurück.

 

Und genau da kommen wir langsam zu einem grundsätzlicheren Thema.

 

Unter der Woche wurde der Vertrag von Niko Kovač und seinem Bruder und Co-Trainer Robert Kovač bis 2029 verlängert. Damit ist ziemlich klar: Dieses System soll offenbar der Weg des BVB für die kommenden Jahre sein.

 

Also müssen wir uns wohl daran gewöhnen.

 

Defensiv kontrolliert, strukturiert, wenig Risiko – nach vorne aber häufig zu wenig Dynamik und zu wenig Durchschlagskraft. In der Bundesliga funktioniert das bislang noch, weil Dortmund dort seine Spiele irgendwie zieht und die Ergebnisse stimmen.

 

Aber international – und auch im Pokal – sieht das aktuell anders aus.

 

Gerade in solchen Spielen wird deutlich, was fehlt. Gegen Bodø hast du auf dem Papier die bessere Mannschaft, mehr individuelle Klasse und genügend Möglichkeiten auf der Bank. Aber wenn daraus am Ende kaum echte Gefahr entsteht, reicht das auf diesem Niveau eben nicht.

 

Und nein, man muss jetzt nicht alles grundsätzlich infrage stellen. Aber nach solchen Spielen darf man schon kritisch fragen, ob diese offensive Harmlosigkeit wirklich der Fußball sein soll, den wir in den nächsten Jahren regelmäßig sehen werden.

 

Denn eines ist klar:

Drei Punkte bei Bodø/Glimt musst du als Borussia Dortmund holen. Punkt.

 

Das war kein unglücklicher Abend, an dem der Ball einfach nicht rein wollte. Das war über weite Strecken schlicht zu wenig.

 

Nach den Wechseln wurde es besser. Aber besser reicht nicht, wenn du erst anfangen musst Fußball zu spielen, nachdem du bereits hinten liegst.

 

Nichts zu holen am Polarkreis. Und leider wieder das Gefühl: Vorne fehlt einfach die letzte Konsequenz.

 

Nur der BVB! 🖤💛